Welche weiteren Maßnahmen sind sinnvoll?
Je nach Befund können zusätzliche Maßnahmen sinnvoll sein, die die Behandlung und den Heilungsprozess unterstützen, z.B. Erregerbestimmung und Antibiose.
Fortschritte in der Mikrobiologie ermöglichen die Bestimmung des Erregerspektrums und die Identifizierung der vorherrschenden Erregerspezies. Mit Hilfe eines Spezial-Kits werden aus den Zahnfleischtaschen Bakterienproben entnommen und mikrobiologisch ausgewertet. Auf Grundlage dieses Ergebnisses wird eine Kombination passender Antibiotika zusammengestellt, die speziell gegen das Erregerprofil wirksam sind.
Während der Parodontitisbehandlung wird so nicht nur lokal mechanisch in der Mundhöhle gearbeitet, sondern die Bakterien werden auch systemisch über den Blutkreislauf bekämpft.
Zahnverlust, Herzinfarkt und Frühgeburten – Parodontitis, die unterschätzte Volkskrankheit
Neben Karies ist Parodontitis – die Entzündung des Zahnhalteapparates – die zweite große Mundkrankheit, die weltweit Millionen von Menschen betrifft. Unbehandelt führt die Erkrankung fast immer zu Zahnverlust. Aber dies ist bei weitem nicht die einzige Auswirkung.
Die Bakterien aus der Mundhöhle können über die Blutbahn an andere Stellen des Körpers gespült werden und dort Entzündungen auslösen. Wissenschaftliche Studien zeigen einen signifikanten Zusammenhang zwischen Parodontitis und dem Risiko gefäßbedingter Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Auch das Risiko von Fehl- und Frühgeburten steigt erheblich an.
Bei Menschen mit herabgesetztem Immunsystem kann Parodontitis zudem Lungenentzündungen oder andere Atemwegserkrankungen begünstigen.
Rückfallgefahr
Jeder Betroffene muss wissen, dass selbst nach erfolgreicher Beseitigung der Parodontitis die Gefahr des Rückfalls besteht. Darum ist auch nach Beendigung der eigentlichen Therapie eine regelmäßige Nachsorge nötig, um einem erneuten Aufflammen der Entzündung entgegenzuwirken. Die wichtigste Voraussetzung für den dauerhaften Behandlungserfolg ist die umfassende und konsequente häusliche Mundhygiene.